Freelancer Steuern in Deutschland (2026)

Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Solidaritätszuschlag – alles, was du wissen musst.

Steuern sind die größte Variable in jeder Stundensatz-Kalkulation. Dieser Leitfaden erklärt, welche Steuern Freelancer in Deutschland zahlen und wie du deine Steuerlast einschätzt.

Steuern direkt im Stundensatz-Rechner einkalkulieren →

Einkommensteuer

Deutschland hat ein progressives Einkommensteuersystem. Steuersätze für 2026:

  • Bis 11.784 €: 0 % (Grundfreibetrag)
  • 11.785–66.760 €: 14 % bis 42 % (progressiv)
  • 66.761–277.825 €: 42 %
  • Über 277.826 €: 45 % (Reichensteuer)

Wichtig: Diese Sätze gelten für das zu versteuernde Einkommen nach Abzügen. Betriebsausgaben reduzieren die Bemessungsgrundlage erheblich.

Solidaritätszuschlag

Der Soli beträgt 5,5 % der Einkommensteuerschuld. Seit 2021 ist er für die meisten Steuerpflichtigen abgeschafft – du zahlst ihn nur, wenn deine Einkommensteuer ca. 18.130 €/Jahr übersteigt. Für Besserverdiener gilt er weiterhin in voller Höhe.

Umsatzsteuer (USt / MwSt)

Als Freelancer berechnest du deinen Kunden grundsätzlich 19 % Umsatzsteuer (7 % für bestimmte Leistungen wie Journalismus). Dieses Geld ist kein Einkommen – du nimmst es ein und führst es ans Finanzamt ab.

Wichtige Punkte:

  • Du kannst Vorsteuer aus Betriebsausgaben zurückfordern
  • Umsatzsteuervoranmeldung monatlich oder vierteljährlich einreichen
  • Jährliche Umsatzsteuererklärung abgeben

Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)

Wenn dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 € lag und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 100.000 € bleibt (Reform 2024), kannst du auf die Umsatzsteuer verzichten. Vorteil: einfachere Rechnungsstellung. Nachteil: keine Vorsteuer-Rückerstattung, und viele Geschäftskunden bevorzugen Rechnungen mit Umsatzsteuer für den eigenen Vorsteuerabzug.

Gewerbesteuer

Gilt nur für angemeldete Gewerbebetriebe – nicht für Freiberufler. Wer einen freien Beruf ausübt (IT-Beratung, Ingenieurwesen, Journalismus, Medizin, Recht usw.) zahlt typischerweise keine Gewerbesteuer. Der Hebesatz variiert je nach Gemeinde und liegt meist bei 7–17 % des Gewerbeertrags.

Wie viel sollte ich zurücklegen?

Eine sichere Faustregel für Freelancer in Deutschland:

  • Konservative Schätzung: 35–40 % jeder Rechnung für Steuern zurücklegen
  • Gutverdiener (>80.000 €/Jahr): 42–47 % zurücklegen
  • Steuergeld auf einem separaten Konto parken – nicht anrühren

Mit unserem Stundensatz-Rechner kannst du die Steuerlast direkt in deinen Stundensatz einkalkulieren.

Steuerfristen für Freelancer in Deutschland

  • Steuererklärung (Jahreserklärung): 31. Juli des Folgejahres (oder 28. Februar bei Abgabe über Steuerberater)
  • Umsatzsteuervoranmeldung: 10. des Folgemonats (oder -quartals)
  • Einkommensteuervorauszahlungen: Vierteljährlich im März, Juni, September, Dezember

Dieser Leitfaden dient zur Orientierung. Steuerrecht ändert sich regelmäßig – prüfe wichtige Angaben direkt in den offiziellen Quellen unten.