Deinen Stundensatz festzulegen ist eine der wichtigsten – und am meisten gefürchteten – Entscheidungen beim Start als Freelancer in Deutschland. Dieser Leitfaden erklärt es Schritt für Schritt.
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Schritt 1: Herausfinden, was du wirklich verdienen musst
Starte mit deinem gewünschten Netto-Monatseinkommen – dem Betrag, der nach Steuern und Ausgaben auf deinem Konto landet. Viele Freelancer starten mit 3.000–5.000 € netto/Monat als Ausgangspunkt.
Von dort aus rückwärts rechnen:
- Jährliche Betriebsausgaben addieren (Software, Versicherung, Buchhaltung, Equipment)
- Für Steuern hochrechnen (typischerweise 35–45 % effektiver Steuersatz)
- Durch die realistischen abrechenbaren Stunden teilen
Schritt 2: Das deutsche Steuersystem verstehen
Das Steuersystem für Freelancer in Deutschland ist vielschichtig. Alle Details findest du in unserem Steuer-Leitfaden für Freelancer. Kurzfassung: Plane mindestens 35 % des Bruttoeinkommens für Steuern ein.
Schritt 3: Marktpreise recherchieren
Dein Satz muss auch marktfähig sein. Orientierungswerte in Deutschland (2026):
- Softwareentwickler: 80–150 €/Std.
- UX/UI Designer: 65–110 €/Std.
- Marketing-Berater: 60–100 €/Std.
- Texter und Redakteure: 50–90 €/Std.
- Projektmanager: 70–120 €/Std.
Das sind Richtwerte. Senior-Spezialisten in Nischenbereichen erzielen oft deutlich mehr.
Schritt 4: Den Satz gegenüber Kunden begründen
Die meisten Kunden fragen nicht nach einer Kostenaufstellung – aber du solltest den Mehrwert, den du lieferst, klar benennen können. Fokus auf Ergebnisse, nicht auf Stunden.
- Ergebnisse und vergangene Erfolge betonen, nicht nur Zeitaufwand
- Den Satz selbstbewusst nennen – Zögern signalisiert Unsicherheit
- Nie für deinen Satz entschuldigen
- Deine BATNA kennen (beste Alternative zur Verhandlungslösung)
Schritt 5: Satz regelmäßig erhöhen
Allein durch Inflation verlierst du jährlich 2–4 % Kaufkraft. Dazu kommt wachsende Erfahrung und zunehmender Mehrwert für Kunden – es gibt keinen Grund, den Satz nicht jährlich anzuheben.
- Satz bei Verlängerungen oder neuen Projekten anpassen
- Bestandskunden 4–8 Wochen im Voraus informieren
- Eine jährliche Erhöhung von 5–15 % ist normal und wird erwartet
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